Zentralindien

Zentralindien – die Mitte Indiens – hier schlägt das große Herz des Subkontinents. Es ist ein sanftes und mystisches Land voll ausgedehnter Urwälder, in dem noch Elefanten und Tiger leben, das gespickt ist mit alten Tempeln, majestätischen
Forts und einigen der spannendsten Städte des Subkontinents.

Madhya Pradesh
Madhya Pradesh ist fast so groß wie Deutschland. Die meisten Besucher kommen hierher, um die mit erotischen Szenen verzierten Tempel von Khajuraho zu bestaunen. Verläßt man jedoch die ausgetretenen Pfade, eröffnet sich einem eine beeindruckende Welt wilder Dschungel, ruhiger Landschaften, heiliger Stätten und beeindruckender Bauwerke. Die urwüchsige Natur findet man vor allem im Süden und Osten des Landes. Rudyard Kiplings Dschungelbuch ist hier entstanden. Die hiesigen Nationalparks wie Kanha, Pench, Satpura und Bandhavgarh gehören zu den schönsten und am wenigsten überlaufenen von ganz Indien. Hier streifen auch heute noch Tiger, Leoparden und Bären durch den Dschungel. Im Norden hinterließen die Herrscher aus der Mogulzeit – in Gwalior, Orcha und Mandu – prächtige Bauten. Im ganzen Land verteilt liegen beeindruckende heilige Orte, wie die buddhistische Stupa in Sanchi, die hinduistische Pilgerstadt Omkareshwar und die heilige Stadt Ujjain, in der die Null und die negativen Zahlen erdacht wurden. Aber Madhya Pradesh ist auch ein Land der Bauern, der Dörfer und uralten Traditionen. Siebzig Prozent der Inder leben von der Landwirtschaft und eine Reise durch Madhya Pradesh ist eine Reise zum Kern Indiens. In dieser gemächlichen Welt – fernab der Metropolen und Touristenströme – erhält der Besucher einen tiefen Einblick in das Leben der überwiegenden Mehrheit der Bewohner Indiens.

Maharashtra
Hauptstadt und Hauptanziehungspunkt Maharashtras ist das ehemalige Bombay, welches 1996 in Mumbai umbenannt wurde und mit 18 Millionen Einwohnern die größte Stadt Indiens ist. Es ist die am stärksten industrialisierte Stadt des Subkontinents und beheimatet den verkehrsreichsten internationalen Flug- und Seehafen. Fast 50 % des gesamten Außenhandels werden von hier aus abgewickelt. Die Mega-City ist nicht nur größer, sondern auch reicher, atemloser und kontrastreicher als alle anderen Städte Indiens. Die Villen der Reichen und Schönen stehen in direkter Nachbarschaft neben den Slums der Armen und Hoffnungsvollen und alle suchen hier gleichermaßen nach einem Stück vom Glück. Den Besucher der Metropole, die niemals schläft, erwartet ein Feuerwerk an Eindrücken – quirlige Basare, spannende Museen, hängende Gärten, prächtige Kolonialbauten, historische Plätze, edle Boutiquen, ein glitzerndes Nachtleben und nicht zuletzt – das Zentrum der weltweit größten Filmindustrie – Bollywood! Aber das ist noch nicht alles, was dieser Bundesstaat zu bieten hat. Zwischen der üppig grünen Konkanküste und dem trockenen Zentrum des Landes findet man in Ajanta und Ellora uralte Höhlentempel, trutzige Festungen, wundersame Tempel, unberührte Strände und kühle Bergdörfer, die darauf warten, entdeckt zu werden.

Goa
In Goa, dem kleinsten indischen Bundesstaat, der in den 1960er Jahren zum Paradies der weltweiten Hippie-Bewegung wurde, geht es eher gemächlich zu. Noch heute findet man neben weißen Sandstränden, Palmwäldern und großartigen Sonnenuntergängen die Blumenkinder, die auf einem der bunten Märkte selbstgebastelte Ohrringe und Schmuck verkaufen. Stärker jedoch sind die Einflüsse der einstigen portugiesischen Kolonialherrscher spürbar. Alte Kirchen und hinduistische Tempel zieren hier gleichermassen die Landschaft aus hellgrünen Reisfeldern und geben dem kleinen Bundesstaat seinen besonderen Charme. Viele Besucher kommen nach Goa um sich am Ende einer Indienreise für ein paar Tage am Strand zu entspannen. Während es an den Strände im Norden Goas eher lebhaft zugeht, finden sich im Süden des Staates immer noch einige der schönsten Strände Indiens.