Südindien Reisen

Das von zwei Meeren umgebene Südindien ist ein Paradies voller Mythen, Geheimnisse und prächtiger Bauwerke. Hier liegen die Bundesstaaten Kerala, Tamil Nadu und Karnataka, die so ganz anders sind als der Norden des Subkontinents. Auf dieser Seite finden Sie Tipps über die schönsten Sehenswürdigkeiten und Höhepunkte auf Südindien-Rundreisen.

Kerala
Vom Arabischen Meer bis zu den Kardamombergen im Westen erstreckt sich der wohl bekannteste Bundesstaat, den Sie auf einer Rundreise durch Südindien entdecken können: Kerala. Der Monsun kommt zweimal im Jahr hierher und hat ein fruchtbares Paradies mit über 30 000 Quadratkilometern Wald geschaffen, in dem so ziemlich alles wächst, was man nicht mit Gewalt daran hindert. Die Landschaft Keralas ist geprägt von 590 Kilometern Küste, wilden Dschungeln, grünen Höhen, duftenden Gewürz- und Teeplantagen und einem weitverzweigten Netz aus dampfenden Wasserstrassen – den Backwaters. Früher nutzten die Einheimischen diese Wasserwege vor allem zum Warenaustausch. Heute können Indien-Reisende hier gemütlich mit einem Hausboot durch die tropische Landschaft schippern und dabei das Leben am Ufer beobachten. Das entspannte Kerala lässt sich auch wunderbar zu Fuss oder per Fahrrad erkunden. Im Periyar Nationalpark können Touristen wilde Elefantenherden beobachten, auf einer der vielen Plantagen exotische Gewürze verkosten oder in den Wipfeln eine Baumes nächtigen. Diese Erlebnisse werden Ihre Südindien-Reise für immer unvergesslich machen!

Keralas Fruchtbarkeit und sein Reichtum an Gewürzen wie Pfeffer, Kardamom, Nelken und Vanille haben schon früh Händler aus aller Welt angezogen. Die Hafenstadt Cochin war jahrhundertelang einer der wichtigsten Umschlagplätze für Gewürze und Waren aller Art; erst kamen die Araber und Chinesen hierher um Handel zu treiben und später folgten die Portugiesen, Holländer und Engländer. Bis heute sind die vielfältigen Einflüsse und die bewegte Geschichte des Gewürzhandels spürbar und machen Cochin zu einer der spannendsten Städte Indiens. Kräuter und Gewürze spielen auch in der traditionellen indischen Heilkunst Ayurveda eine grosse Rolle. Im südindischen Kerala wird diese jahrtausendealte Heilkunst mit viel Hingabe und Erfahrung praktiziert und ist, im Vergleich zu anderen indischen Staaten, nicht bloss eine Alternativmedizin, sondern die medizinische Hauptrichtung. Wer im Indienurlaub den Wunsch verspürtt, bei einer Ayurveda-Kur wieder mit sich und seinem Körper ins Reine zu kommen, findet dazu in Kerala die besten Kliniken Indiens.

Tamil Nadu
Hinter den Kardarmombergen, im Osten der Südspitze Indiens, liegt Tamil Nadu, wo es mehr Tempel gibt als sonstwo in Indien und wo einem schwindelig werden kann von all den Götternamen, ihren Inkarnationen, Liebschaften und Heldentaten. Dank seiner Abgeschiedenheit im äußersten Süden blieb Tamil Nadu unbehelligter von fremden Eroberern und so konnte sich die hinduistische Kultur bis heute unverändert erhalten. Hier können Urlauber auf einer Rundreise noch das authentische Südindien erleben. Im Inneren der Tempel führen Brahmanen seit Jahrtausenden die gleichen Rituale durch, Gläubige beten wie es schon ihre Vorväter taten, während sich der Rauch von Räucherstäbchen kräuselt und am Eingang ein Tempelelefant wacht. Etwas neumodischer geht es hingegen im 1926 gegründeten Sri Aurobindo Ashram zu, wo über 2000 Menschen aus aller Welt zusammenleben und versuchen, die Utopie einer besseren Welt Wirklichkeit werden zu lassen. Nur wenige Kilometer vom Ashram entfernt liegt das Städtchen Pondicherry. Die ehemals französische Enklave hat sich bis heute den Charme ihrer Vergangenheit bewahrt und die französischen Einflüsse sind nicht zu übersehen. Polizisten tragen rote Käppis und verweisen vorlaute Kühe von den Boulevards, Boulangerien backen frische Baguettes und Croissant und ältere Herren vertreiben sich die Zeit beim Pentaque-Spiel.

Ausserdem locken auf Südindien-Rundreisen noch der kleine Küstenort Mamallapuram, wo man sich im Schatten beeindruckender Tempelanlagen entspannen kann, die Chettinad Region mit ihren alten Kaufmannspalästen und die Südspitze des Subkontinents, das Kap Kanyakumari, wo man den Sonnenuntergang über zwei Ozeanen gleichzeitig bestaunen kann.

Karnataka
Zwischen Kerala und Goa liegt der bei ausländischen Touristen noch unbekanntere Bundesstaat Karnataka. Bekannt ist allerdings seine Hauptstadt Bangalore: IT-Hochburg, drittgrösste Stadt Indiens und weltstädtischer und internationaler als alle anderen indischen Städte. Viele in- und ausländische Computer-, Hightech- und Softwareunternehmen haben sich hier angesiedelt und die Stadt zu einem globalen Treffpunkt gemacht – der sich jedoch viel von seinem traditionellen Charme bewahrt hat. Nicht allzu weit von der Metropole entfernt liegt die Gartenstadt Mysore; eine übersichtliche Stadt mit breiten, baumbestandenen Straßen, Parks und dem schönsten Maharadscha-Palast des ganzen Subkontinents. Die jedoch faszinierendste Stadt Karnatakas ist eine Geisterstadt – Vijayanagar, verfallene Hauptstadt des letzten großen Hindu- Königreiches. Das Vijaynagar Reich erstreckte sich einst über ganz Südindien. Bis zu 500 000 Menschen lebten hier und die Basare der Stadt waren Zentrum des internationalen Handels. Bis im Jahre 1565 die Blütezeit ein jähes Ende nahm und die Stadt den von Norden anstürmenden Moslems nicht mehr standhalten konnte. Nach einer schrecklichen Schlacht ging sie in Flammen auf. Zurückgeblieben ist – auf 26 Quadratkilometer verteilt – das grösste Ruinenfeld Indiens. Und was für ein Ruinenfeld! Unter dem Namen Hampi seit 1986 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörend, findet man hier Dutzende von prächtigen Tempel- und Palastruinen eingebettet in eine mindestens ebenso beeindruckende Felslandschaft. Einer der magischsten Orte Indiens, den Sie auf Ihrer Südindien-Reise auf keinen Fall verpassen sollten! Und wem das noch nicht genug ist – in Badami, Belur und Halebid finden sich noch mehr Ruinen vergangener Königreiche. Aber auch die Natur ist in Karnataka nicht zu kurz gekommen. Duftende Sandelholzwälder und die angenehm kühlen Höhen der Western Ghats laden zum Wandern ein. Im saftig grünen Chikmagalur kann man das Leben auf einer Kaffeeplantage kennenlernen und im Nagarhole Nationalpark wilde Elefanten und Leoparden auf Ihrer Rundreise durch Südindien beobachten.